Jake Bugg – Jake Bugg

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Er sieht aus wie der junge Liam Gallagher und klingt auch so. Seine Musik wird am meisten wohl mit der von Bob Dylan verglichen. Auf 14 Songs, die sich über knapp 40 Minuten erstrecken, zelebriert er die Zeit des Country- und Folkpop 60er und lässt sie wieder aufleben. Sein Debütalbum Jake Bugg erschien am 15. Oktober in Großbritannien und dort hat sich bereits ein Hype um den 18-Jährigen entwickelt. Die ersten drei Titel wurden in GB in der Vergangenheit bereits als Single veröffentlicht. Es sind auch die eingängigsten Songs vom Album, einige der wenigen, die wirklich im Kopf hängen bleiben. Lightning Bolt scheint sehr Dylan-inspiriert zu sein. Irgendwo ist Bugg beim Hören zwischen Subterranean Homesick- und Tombstone Blues offenbar der Song eingefallen. Two Fingers klingt nach typischem Beatles-Pop, Taste It nach nettem Rock’n Roll. Titel 5, Simple as This, ist ein sehr leichter Gute-Laune-Song und erinnert mich an Simon & Garfunkel, genau wie der darauf folgende, sehr ruhige Country Song . Simon & Garfunkel trifft Bob Dylan. April Come She Will trifft Boots of Spanish Leather. Titel 7 ist einer meiner liebsten auf dem Album: Broken. Es ist einer der Songs, bei denen er am meisten “er selbst” zu sein scheint. Der Song klingt nicht nach einem namenhaften Künstler von vor seiner Zeit, sondern er klingt einfach nach Jake Bugg. Das ist aber leider eines der größten Problem am Album: Er klingt zu selten nach sich selbst. Was Tallest Man On Earth aka Kristian Matsson schon lange schafft, muss sich Jake Edwin Kennedy offenbar erst noch erarbeiten.
Die zweite Hälfte der LP plätschert dann etwas vor sich hin. Im Song Ballad Of Mr Jones zeigt Jake Bugg, dass er auch etwas psychodelisch kann. Der Rest ist dann sehr ruhig. Wenn man da mal auf die Texte achtet, wird man wieder auf erschreckende Weise damit konfrontiert, wie alt der junge Mann ist, der einen da gerade berieselt. Am I crazy or am I blind / Someone told me I’m out of my mind / Someone told me a girl I like / Fell in love and all I did was cry. Ja. Okay.
Das Album bietet viel Dylan-esque Musik, viel 60er-Jahre Pop, aber leider wenig Bugg. Die einzigen Songs, die für mich wirklich nach ihm klangen, sind vor allem Seen it all und Broken. Das Album ist sehr gut, keine Frage. Für seine 18 Jahre hat Bugg jetzt schon ein unglaubliches Talent und Gespür für Musik. Seinen eigenen Still muss er aber unbedingt noch finden. Im Moment hört man seine Musik leider zu sehr mit einem “kenn ich schon” im Kopf und deshalb bleibt auch einfach viel zu wenig von den Songs hängen. Jake Bugg sollte sich vielleicht weniger an Dylan’s Musikstil halten und sich stattdessen viel mehr von seinem Songwriting inspirieren lassen.

Das Album Jake Bugg von Jake Bugg erscheint in Deutschland am 25. Januar 2013.

Jake Bugg kommt 2013 übrigens auf Deutschlandtour. Für einen Termin ist er am 29.11. bereits im berlin Crystal Club (schon ausverkauft).
02.03.2013 – Frankfurt / Zoom
07.03.2013 – Köln / Luxor
12.03.2013 – Hamburg / Knust
18.03.2013 – Berlin / Postbahnhof
19.03.2013 – München / 59:1

Dass er live absolut sehenswert ist, hat er beim diesjährigen iTunes Festival bewiesen

Dort auch Teil der Setlist und von seinen früheren Songs: Saffron. Ein großartiger Titel und einer derjenigen, die wirklich nach Jake Bugg klingen.

The Breakdown

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