Chris Cornell Midlife-Crisis

cornellscream

Ihr kennt doch bestimmt alle Chris Cornell. Ihr wisst schon, der Typ von Soundgarden und Audioslave. Das Genie, aus dessen Feder “Black Hole Sun” oder “Like a Stone” stammen. Nunja, eben dieser scheint momentan nicht mehr derselbe zu sein.
Schon lange arbeitete er an seinem bereits dritten Soloalbum, das den Namen “Scream” trägt und am 10.März veröffentlicht wird. 2006 überraschte er uns bereits, als er den Song “You know my name” als Titelsong zu James Bond Casino Royale beisteuerte. Ungewohnt kommerziell der gute Mann.
Heute, im Jahre 2009, kommt es allerdings noch dicker. Schon vor einiger Zeit kündigte Cornell an, sein neues Album in Zusammenarbeit mit Timbaland zu produzieren. Timbaland … wir erinnern uns: derjenige, der momentan gehypt wird wie sonstwas und vor allem durch seine zahlreichen Produktionen im Bereich Hip Hop, R&B und Pop bekannt geworden ist.
Wer jetzt denkt, dass das eine musikalische Mischung des Teufels ist, hat absolut Recht!
Vor einiger Zeit veröffentlichte Cornell als kleinen Vorgeschmack zum neuen Album schonmal das Video zur ersten Single “Part of me” (siehe weiter unten). Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Zusammenarbeit mit Timbaland wusste, schaute ich mir das Video ziemlich verheißungsvoll an und wurde bitter enttäuscht. Schlechte Discobeats und ein Video, das verdächtig nach Britney Spears “Slave 4 U” aussieht. Der Song an sich hat ein ähnliches Niveau.
Den Tränen nah stand ich dann letztendlich, als ich mir den Text etwas genauer zu Gemüte führte:
“I said no that bitch ain’t a part of me, no that bitch ain’t a part of me”
“But I swear it never meant a thing
She was just a fling”

fling [coll.] = kurzes Liebesabenteuer; an dieser Stelle wunderbar gereimt auf “thing” …. wie kann man nur? Nicht nur, dass der Songtext mit Abstand der niveauloseste ist, den ich in letzter Zeit gelesen/gehört habe, er ist auch noch grauenvoll gereimt! Von dem Mann, der “Black Hole Sun” geschrieben hat! Byebye guter Geschmack.
Das Video erreicht dann seinen traurigen Höhepunkt, als Wladimir Klitschko und Wu-Tang Clan Rapper Method Man ihren grandiosen Auftritt haben. Dieses Video sprengt sämtliche Grenzen des guten Geschmacks und ist eine Beleidigung an alle Soundgarden und Audioslave Fans. Eine Sache, die wirklich nur schwer zu begreifen ist.

Aber genug vom Video … das Album ist an sich bestimmt gar nicht so schlecht! Oder? Vor kurzem stellte Cornell auf seiner feschen neuen (deutschen) Website ein Prelistening (u.a. präsentiert von MTV und bunte.de – WTF???) seines neuen Albums. Dort kann man jeden Song für mehr als eine Minute Probehören. Und eine Minute ist schon viel zu viel! Alle Tracks sind eine Mischung aus R&B meets Disco meets HipHop meets Altrocker in Midlife-Crisis.
Um mal Wikipedia zu zitieren,

Describing the album as a whole, Cornell compared it to Pink Floyd’s The Dark Side of the Moon and Queen’s A Night at the Opera, citing the psychedelic elements that Timbaland brought into the production.

HAHAHAHAHHAHAHA
ähm …
nein???
“Psychodelische Elemente, die Timbaland mit in die Produktion einfließen lies” – wahrscheinlich meint er damit Drogen.

Be first to comment