Them Crooked Vultures – Berlin – 07/12/2009

Them Crooked Vultures in Berlin 12-07-2009
Man könnte es fast als unsinnig bezeichnen, einen Bericht über das Konzert zu schreiben. Denn Wörter können fast nicht zum Ausdruck bringen, was für eine Stimmung am 7.12.2009 um 21Uhr in der Columbiahalle Berlin herrschte.

 

Alles Begann mit Sweethead, die pünktlich um 20Uhr mit ihrem Auftritt losgehten. Die Band um Queens of the Stone Age-Gitarrist Troy van Leeuwen, mit der reizenden Serrina Sims als Frontfrau, heizten den Saal gut am. Trotz ihres noch nicht sehr hohen Bekanntheitswert verbreiteten sie schnell die richtige Atmosphäre. Es mag aber auch vielleicht an dem bekannten Gesicht von Troy van Leeuwen gelegen haben, dass Sweethead, meiner oberflächlichen Beobachtung nach zu urteilen, für ordentlich Stimmung gesorgt haben.
Ihre Musik erinnert mich leicht an die Distillers, nur mit mehr Indie-Einflüssen und der typischen Qotsa-Gitarre. Alles in allem eine Mischung, die in meinen Ohren jedenfalls alles andere als schlecht klingt. Für Them Crooked Vultures eine super Supportband. Wer Probehören will, schaut wie immer auf Myspace oder Youtube, oder, oder, oder.
Nach recht kurzen 30-45 Minuten gings auch schon in die Umbaupause, die angenehm kurz dauerte.

Pünktlich um 21Uhr war es dann soweit. Them Crooked Vultures. John Paul Jones. Der Moment, auf den alle im Saal seit Monaten warteten. Keiner der Herren auf der Bühne brauchte auch nur ein Wort zu sagen, die Masse tobte von ihrer reinen Anwesenheit.
Ab hier an kann man kaum erklären, was bei dem Konzert passierte, da es fast nicht in Worte zu fassen ist. Eine gewisse Magie lag in der Luft. Ich persönlich war hin und weg von der Präsenz der Menschen, die sich dort auf die Bühne verausgabten.
Alle vier waren in perfekter Stimmung, John Paul Jones machte den Eindruck, als hätte er die Bühne nie verlassen.
Fast schon peinlich berührt schaute Mr. Jones drein, als das Publikum nicht wenige Male zu Gemeinschaftlichen “John Paul Jones”-Rufen anstimmte.
Als Josh Homme zur Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder kam, war es vor allem auch Dave Grohl, der besonders viel Aufmerksamkeit bekam. Bei John Paul Jones reichte nur ein Handzeig und alle fingen auf einmal an zu schreien und klatschen. Ganz bescheiden grinste er selbst bis über beide Ohren. Das Reden wurde über fast über das ganze Konzert allerdings Josh Homme überlassen – der ebenfalls in sehr ausgelassener Stimmung war und wohl selten so glücklich auf der Bühne wirkte.
Tut mir Leid, dass ich die ganze Zeit nur über John Paul Jones rede, aber der Typ hat mich einfach fasziniert!
Er wechselte mal von Bass zu Keyboard oder zur Keytar. Man merkte total, was für einen Spaß ihm das Ganze bereitete. Als hätte er nie die Bühne verlassen, tänzelte er mit seinem jeweiligen Instrument über die Bühne und schien sich des neugewonnenen Rockerlebens zu erfreuen.
Alle waren in erstklassiger Stimmung und das hörte man auch. Jeder einzelne Song war eine Hymne. Gemeinsam jamten sie teilweise bis zu 10 Minuten in reinster Form. Wunderwunderschön war auch John Paul Jones’ Keyboard solo bei “Spinning in Daffodils”, das mich einfach nur umgehauen hat. Am Ende des Berichts könnt Ihr ein Video davon sehen. Allerdings empfehle ich eher die knapp 2min lange Version von dem Roseland Ballroom Auftritt in New York.
Es war einfach ein durchgehend wirklich perfektes Konzert, das ich in der Form noch nie zu sehen bekam. Schätze in naher Zukunft könnte das nur noch von einer Led Zeppelin Reunion getoppt werden.
Wer nicht bei diesem Konzert war, hat wirklich etwas verpasst.
Die Band verabschiedete sich am Schluss ohne Zugabe, leider. Die 90 Minuten Spielzeit waren aber dennoch in Ordnung, für das, was man zu sehen bekam.
Noch ein paar abschließende Worte zu Publikum, Merch, etc.: Ich stand bei diesem Auftritt unüblicherweise oben mittig auf der Tribüne, statt unten in den vorderen Reihen. Auf der einen Seite war es schon schade, die Band nicht näher sehen zu können, anderseits war ich aber auch wohl nie so froh. Nach meiner Erfahrung typisch für das Berliner Publikum, benahmen sich etliche Leute total daneben. Man konnte von oben ständig sehen, wie nicht selten mit Plastikbechern geschmissen wurde, die dann entweder die Bühne oder – schlimmer – den Kopf eines anderen Konzertbesuchers trafen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie bekackt man überhaupt sein kann. Genau so wenig verstehen werde ich die Menschen, die übelst rumpogen müssen. Vielleicht ist es deren Art ein Konzert zu genießen, was ich allerdings nur schwer nachvollziehen kann. So viel Stil wie die Band sollten auch die Zuschauer haben. Sollten.
Im Gegensatz zu unten bewegten sich oben allerdings um so weniger Leute. Aber hauptsache man selbst konnte sich gehen lassen und wurde nicht von irgendwem belästigt.
Den Merch fand ich persönlich echt gut, auch von den Preisen her. Im Grunde waren sie ähnlich denen im Online-Store, nur anstatt des Dollar-Zeichens mit einem Euro-Zeichen davor. Shirts von 20-30€, Hoodies gewohnt etwas teurer. Wenn jemand Infos dazu hat, wieviel Porto nach Deutschland beim Online-Store dazu kommt, kann mir gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Die Setlist:
(hoffentlich korrekt – ansonsten »Kommentar!)
01. No One Loves Me & Neither Do I
02. Dead End Friends
03. Scumbag Blues
04. Elephants
05. Highway One
06. New Fang
07. Gunman
08. Bandoliers
09. Mind Eraser, No Chaser
10. Caligulove
11. Interlude With Ludes
12. Spinning In Daffodils
13. Reptiles
14. Warsaw or The First Breath You Take After You Give Up

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