Soundgarden – Berlin – 5/31/2012

Black hole sun won’t you come and wash away the rain?

Los ging es um 19Uhr in der Zitadelle Spandau mit The Gaslight Anthem, einer amerikanischen ‘Punk’ Rock Band, die schon recht bekannt ist. Im Publikum waren offenbar einige Fans, aber ich fand die Gruppe wie jede Vorband einfach nur unnötig. Ihre Musik ist auch eher durchschnittlich und hat mit ihrem Pop-Punk, wie ich es mal bezeichnen möchte, nicht sonderlich gut zu einer so alt eingesessenen Grungeband wie Soundgarden gepasst. Sie spielten 45 Minuten und es gab dann eine 30-minütige Umbaupause. Für ein Open-Air war es das denkbar schlechteste Wetter überhaupt. Zu Beginn hat es erst noch genieselt und zumindest die Temperatur konnte sich gut bei knapp 18°C halten. Ab 20Uhr ging der Regen dann richtig los und es schüttete wie aus Eimern.
20:15 standen Soundgarden in ihrer Originalbesetzung auf der Bühne, sichtlich gealtert, sichtlich ruhig. Die einstigen Stars des Grunge rockten nur mäßig und Chris Cornell hat aus seiner Zeit mit Timbaland so einige Attitüden eines modernen Popstars übernommen. Geschniegelt und gestriegelt sah er wirklich schick aus und wirkte dabei sehr distanziert und unnahbar. So war dann auch das ganze Konzert. Alles wirkte bis auf’s Letzte durchgeplant, für Überraschungen war wenig Platz, geredet wurde mit dem Publikum kaum. Die Musik war natürlich einmalig, auch wenn der Sound in der Zitadelle diesmal nicht der Renner war – das kenn ich sonst von der Location anders. Hier und da mal ein Knarzen oder Fiepen – unschön. Aber musikalisch ist die Band nach wie vor in Topform. Wenn man mal auf die Setlist schaut, bleiben fast keine Wünsche übrig: Spoonman, The Day I Tried to Live, Fell on Black Days, Superunknow, Black Hole Sun, usw.
Ich denke, wenn das Wetter mitgespielt hätte, wäre mir das Konzert weitaus besser in Erinnerung geblieben. Vielleicht vergleiche ich Soundgarden auch einfach zu sehr mit Pearl Jam, die bei Konzerten die Messlatte einfach extrem hoch legen. Ich freue mich auf den 5. Juli, wenn ich die ebenfalls in Berlin sehe und dann den Vergleich dieser beiden erfolgreichen Grungebands habe.
Und übrigens: Ich vermisse Audioslave! Just sayin’.

Setlist:

01. Searching With My Good Eye Closed
02. Spoonman
03. Jesus Christ Pose
04. Hands All Over
05. Hunted Down
06. Drawing Flies
07. My Wave
08. The Day I Tried to Live
09. Pretty Noose
10. Burden in My Hand
11. Blow Up the Outside World
12. Fell on Black Days
13. Rusty Cage
14. Outshined
15. Black Hole Sun
16. Loud Love
17. Live to Rise
18. Superunknown
19. 4th of July

Encore:
20. Beyond the Wheel
21. Slaves & Bulldozers

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