“Light and Love” – Santana – Hamburg – 23/10/2010

Santana - 21-10-2010
Leicht verspätet jetzt auch hier endlich der Bericht zum Santana Konzert. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis!
Stimmung:
Da der Saal bestuhlt war, kam Stimmung erst nach einigen Songs auf. Am Anfang saßen alle noch sehr ruhig auf ihren Sitzplätzen. Und das, obwohl gleich die ersten Songs ja zu DEN Rock-Klassikern gehören. Aber wie das immer so ist bei Konzerten, steigt die Stimmung ja bekanntlich erst mit der Zeit und steigendem Alkohol-Pegel.
„Maria Maria“ (Titel 4) war dann der erste bekanntere Santana Song und da gaben sich dann die ersten Verrückten den heißen Rhythmen hin. Hier und da standen dann ein paar Leute zwischen der sitzenden Menge und versuchten sich zu den Latin-Rock Klängen zu bewegen. Sänger Andy Vargas versuchte das Publikum zu mehr Mitmachen zu bewegen, indem er immer „Hands in the air“ rief, das hatte allerdings zumindest bei dem Song noch eher weniger Erfolg.
Beim darauffolgenden Lied „Foo Foo“ (Titel 5) hat das animieren etwas besser geklappt. „Stand up everybody and jump, jump, jump, …“ und die Leute standen wirklich so gut wie alle auf und tanzen und sprangen zu dem Song. Ab da an haben die meisten dann auch nur noch gestanden und getanzt und nur die wenigsten haben sich wieder hingesetzt.
So ab dem 9./10. Song saßen die meisten dann wieder, allerdings nicht lange, denn bei „Black Magic Woman“ (Titel 11) war eigentlich klar, dass dazu wirklich alle abgehen werden. Oye Como Va folgte dann darauf und da waren natürlich auch alle hellauf begeistert und haben mitgesungen.
Sehr lustig fand ich auch, dass es anscheinend nicht nur Luft-Gitarren, sondern offensichtlich auch Luft-Schlageug und Luft-Conga gibt. Viele im Publikum trommelten wie verrückt auf irgendwelche imaginären Drums. Manche bevorzugten da Congas, andere hatten sogar imaginäre Drumsticks, mit denen sie auf die vor ihnen nicht existierenden Drums einschlugen. War wirklich nett mit anzusehen!

 

Zum Konzertablauf:
Der erste spezielle Moment war der, als er seine Frau vorstellte. Sie kam nur für den einen Song „Curazon Espinado“ (Titel 6) auf die Bühne. Er stellte sie vor, indem er sagte „You know what happens. I’m just minding my own business …(…) This is my fiancé Cindy Blackman on drums (…)!“ Dann kam halt das überwältigende Drum-Solo von ihr. Man stand da wirklich total baff da und hat ihr zugehört, wie sie so ein 5-8minütiges Solo abliefert. Und sie hat auf das Schlagzeug eingehämmert wie nichts gutes ;) War echt bemerkenswert.
Danach hat sie wieder die Bühne verlassen und Dennis Chambers spielte weiter an den Drums.

Ganz besonders wurde es dann beim letzten Titel „Love Supreme“. Da holte er ganz weit aus, man könnte es schon fast predigen nennen. Die ganze Zeit sprach er mit dem Publikum, die Augen dabei geschlossen. Er sprach über Liebe, und was die alles bewirken kann. Im Hintergrund liefen dann Bilder von Persönlichkeiten, die er angesprochen hat: „Conditional love, that kind of love that heals … love that forgives, transform, the same love → John Lennon “Imagine”. Whats going on Marvin Gaye? (Bilder von ihnen auf dem Bildschirm) Only love can still believe in the principle, the foundation, the supreme essence of unconditional love.
Many people feel that a relationship, special relationships, don’t last, they end up in divorce. Holy relationships, they last forever, cause holy relationship is saying ‘I love you the way you are. You don’t have to change form me.’ Holy relationship sees only who you are. Light and love. Holy relationships. As you can tell I’m in love. It feels wonderful to feel this high.”
Dann redete er noch ein bisschen weiter darüber, wie wichtig Liebe und Zusammenhalt ist. „You know he catholic stuff.”
“Where you and I can truly make a difference in this planet. Look in the mirror when you go home.Look in the mirror and say I am significant. I am meaningful. I matter. I can make a difference in the wold because I’m two things only: Light and love.”
Er wiederholte dann immer wieder “Light and love, light and love, …“.

Weiter ging es dann mit dem Drum-Solo von Chambers. Der trommelte auch etliche Minuten wild drauf los. Mittendrin hörte er dann kurz auf, spielte nur mit der Hi-Hat, wischte sich den Schweiß von der Stirn, trank Wasser … ganz entspannt. Das Publikum hat das sehr belustigt und wartete nur darauf, dass er wieder anfing zu spielen. Aber Chambers fand’s lustiger, die Leute erstmal warten zu lassen, bis er weitermachte.

 

Setlist:
01 Back in black (AC/DC Cover)
02 Riders on the storm (The Doors Cover)
03 Aye Aye Aye / Para los rumberos
04 Maria Maria
05 Foo Foo
06 Curazon Espinado (Blackman solo)
07 Jingo
08 Soul Sacrifice
09 Batuka / No one to depend on
10 Can’t you hear me knocking
11 Black Magic Woman
12 Oye Como Va
13 Evil Ways
14 Love Supreme
15 Sunshine of you love (Cream Cover)
16 Smooth / Dame tu amor

Zugabe:
17 Woodstock (drum solo)
18 Into the night
19 Love, Peace and Happiness / Freedom

 

Ablauf:
Los ging das Konzert mit dem ersten Cover aus seinem aktuellen Album „Guitar Heaven“. „Back in black“ von AC/DC, war natürlich allen bekannt. Danach, und für mich sehr überraschend so früh am Anfang „Riders on the storm“ von „The Doors“. Eigentlich sind beide Songs totale Stimmungsbringer, deshalb hätte ich mir die Songs eher in der zweiten Hälfte des Konzerts gewünscht, wo die Leute schon eher bereit sind, richtig mitzumachen. Deshalb hat bei den Songs und vor allem bei „Riders on the storm“ irgendwas gefehlt. Wobei vor allem der Doors-Titel sehr genial klang in der Interpretation von Santana. Nach dem dritten Titel hat Carlos
Santana die Zuschauer dann auch begrüßt „Thank you so much. Thank you for your heart, your life, your joy. It’s such a beautiful evening.“ Und ich weiß nicht, ob man die Hamburger wirklich als etwas durchgeknallt empfindet. Auf dem Supertramp Konzert wurde ja auch schon gesagt, die Hamburger seien etwas „crazy“. Und auch Santana hält uns für ein wenig verrückt. Aber: „Crazy is good as long as it’s constructive and gentle“.

Mich hat etwas gewundert, dass so wenig Songs aus dem neuen Album gespielt wurden (insgesamt nur 4). Außerdem hab ich sehr auf „Whole lotta love“ gehofft, aber das haben sie leider nicht gespielt.

Die Band spielte insgesamt 2,5 Stunden ohne Pause.

 

Fazit:
Alles in allem war es ein sehr rundes Konzert. Was mich noch sehr gewundert hat, ist, dass gar nicht mal Carlos Santana im Vordergrund stand, sondern die Gruppe wirklich ein Ganzes war. Ich hätte eigentlich mehr damit gerechnet, dass vor allem auch die Gitarre eher im Mittelpunkt steht, aber das war gar nicht so. Ich würde sogar sagen, dass die Drums und Percussion mehr herausgekommen ist. Deshalb wär es vielleicht noch ganz gut gewesen, wenn Carlos Santana ein reines Gitarren-Solo gegeben hätte. Generell war es aber ein super Zusammenspiel aller Instrumente.
Die Bandmitglieder waren alle super in Form und man hat ihnen angesehen, dass sie richtig viel Spaß hatten auf der Bühne.
War eine sehr tolle Mischung aus den Rhythmen des Latin Rock und den Klängen des Hard-Rock wie bei „Back in black“.

Und man hat einen offensichtlich sehr sehr verliebten Carlos Santana auf der Bühne gesehen …

 


santana23101001 santana23101002 santana23101006 santana23101007 santana23101008 santana23101010 santana23101011 santana23101012 santana23101013 santana23101016 santana23101017 santana23101019 santana23101020 santana23101021 santana23101022 santana23101023 santana23101024 santana23101025 santana23101027 santana23101028 santana23101029

Be first to comment