Queens of the Stone Age – Hamburg – 28-11-2013

Skepsis machte sich breit als bekannt wurde, dass Queens of the Stone Age in Hamburg nicht wie gewohnt in einem Club wie der Großen Freiheit 36 spielen sollten, sondern in der O2 World. Die Mehrzweckhalle ist nicht unbedingt dafür bekannt, sonderlich viel Rock’n Roll-Charme versprühen. Mit etwa 4.500 Zuschauern war das Konzert in der auf die Hälfte des Raumes reduzierten Location auch nichteinmal ausverkauft. Wie gut, dass Queens of the Stone Age alles sofort mit ihrer Coolness überstrahlten, von Troy van Leeuwens weißen Lackschuhen bis hin zu Josh Hommes Zigarettenpausen. Man sofort in einem Trance-ähnlichen Zustand, als die Fünf die Bühne betraten.
Die Band hat es nicht nur von den abgerockten Clubs in die Arenen dieser Welt geschafft, sondern machen jetzt auch auf Hochglanz. Eine LED-Wand sorgt für die passende optische Untermalung zur Musik – bei den Songs des neuen Albums mit Motiven und Videos des Künstlers Boneface, der für das komplette Artwork ihres aktuellen Albums ‘… Like Clockwork’ zuständig war.
Was nach all den Jahren aber geblieben ist, ist die unbeschreiblich hohe Qualität, mit der Queens of the Stone Age ihre Konzerte spielen. Im Vergleich zu den Auftritten zur Promotour des Albums im Sommer sind die Setlists jetzt glücklicherweise auch etwas ausgewogener. Zwischen Songs von ‘… Like Clockwork’ wie ‘My god is the Sun‘ oder ‘If I had a tail‘ mischen sich all time-Klassiker wie ‘You Think I Ain’t Worth a Dollar, but I Feel Like a Millionaire‘, der gleichzeitig ein großartiger Auftakt des Konzert war. Neue und alte Songs wechselten sich das ganze Set durchweg ab. Bei ‘No one knows‘, ‘Burn the Witch‘, ‘I never came‘ oder ‘Go with the Flow‘ sprang dann vermutlich jedem Fan das Herz höher und man erinnert sich an die guten alten Club-Zeiten. Im Endeffekt war die Wahl der Location auch eher zweitrangig, denn einen großen Vorteil hatte die klobige O2 World: Der Sound war super.
Mit ‘The Vampyre of Time and Memory‘, ‘Feel Good Hit of the Summer‘ und ‘A Song for the Dead‘ verabschiedete sich eine der vermutlich coolsten Bands überhaupt in den Abend. Josh Homme greift auf der Bühne auch wieder öfter nach dem Bier und der Zigarette, ist aber leider etwas wortkarg geworden. Mir hat auf einem Konzert selten so sehr das Wort ‘fuck’ gefehlt.
Die Band ist nicht nur älter und reifer geworden, auch der Erfolg ist ihnen anzumerken. Ihre Authentizität haben sie dabei nicht verloren und sie sind und bleiben eine des besten Livebands, die einfach jedes Mal eine absolut grandiose Show abliefern, egal ob abgerockt oder in Hochglanz.

Setlist:
01 You Think I Ain’t Worth a Dollar, but I Feel Like a Millionaire
02 No One Knows
03 My God Is the Sun
04 Burn the Witch
05 Smooth Sailing
06 …Like Clockwork
07 I Never Came
08 Fairweather Friends
09 Turnin’ on the Screw
10 If I Had a Tail
11 Little Sister
12 I Sat by the Ocean
13 Make It Wit Chu
14 I Appear Missing
15 Sick, Sick, Sick
16 Go With the Flow

Encore
17 The Vampyre of Time and Memory
18 Feel Good Hit of the Summer
19 A Song for the Dead

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