Leonard Cohen – Hamburg – 14-7-2013

leonard cohen hamburg

Leonard Cohen steht schon seit Jahren auf meiner “must-see” Konzertliste. Und obwohl er sehr regelmäßig in Deutschland zu Gast ist, habe ich erst jetzt geschafft, ihn live zu sehen. Das Warten hat sich definitiv gelohnt.
Um 20:15 stand Cohen am 14. Juli auf der Bühne der Hamburger O² World und wurde dann in üppigen 2,5 Stunden von den etwa 7.000 Zuschauern frenetisch gefeiert.
Aufgrund der Länge wurde das Konzert in zwei Hälften unterteilt, worüber ich ganz froh war. Am Stück wäre das Ganze vermutlich doch etwas dröge gewesen.
Sein Auftritt begann gleich mit einem seiner bekannteren Titel ‚Dance me o the end of love’ und dem Publikumsliebling ‚Bird on the Wire’.
‚Who by Fire’ spielte Leonard zusätzlich an der E-Gitarre, grundsätzlich gab er aber nur den Gesang und kniete sich bei vielen Songs dafür hin. Alle Titel wurden sehr lange ausgespielt und für die Liveperformance neu arrangiert.
Zu Beginn des zweiten Teils war Cohen bis inklusive ‚Partisian’ wieder an der Gitarre. Dieser Part zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass er mehr seiner bekannteren Titel spielte, wie beispielsweise ‚Suzanne’ gleich zu Beginn, ‚Hallelujah’, oder ‚I’m your man’. Es gab ständig Standing Ovations für ihn, eine Frau reichte ihm sogar einen Strauß Rosen auf die Bühne.
Eine seiner Sängerinnen, Sharon Robinson, performte solo ‘Alexandra Leaving’, was eine nette Abwechslung war. Generell haben die Backgroundsängerinnen und auch seine Band einen großartigen Job gemacht und sie wirkten wie ein sehr eingespieltes Team.
Ein besonderer Moment des Konzerts war, als er ‘Hallelujah’ sang und am Ende den Text veränderte. Er textete eine weitere Strophe hinzu, die individuell zum Abend passte.
Wie sich herausgestellt hat, ist Leonard Cohen offenbar auch ein großer Fan von Zugaben, der er spielte ganze drei Stück mit insgesamt acht weiteren Songs. Sehr glücklich war ich über ‘Famous Blue Raincoat’ oder auch ‘If it be your will’ – gesungen von den Webb Sisters, zwei der Backgroundsängerinnen, an Gitarre und Harfe mit gesprochenem Intro von Cohen. Es fehlte an absolut nichts. Die letzten drei Songs waren dann das i-Tüpfelchen des ganzen Abends und rundeten alles perfekt ab.

Fazit
Super Konzert. Es war quasi „Ein Abend mit Leonard Cohen“. Wenn man ihn live sieht, wirken seine Texte noch intensiver, seine Stimme wird noch eindringlicher.
Die Backgroundsängerinnen waren eine gute Unterstützung und passten gut zu Cohen. Auch die Band war großartig.
Alles in allem ein sehr runder Abend. Wenn man seine Musik und generell Cohens Arbeit mag, MUSS man ihn gesehen haben. Er ist definitiv sein Geld wert, bei mehr als 25 Songs (inkl. viele Klassiker und neue Songs seines aktuellen Albums) und gut 2,5 Stunden so qualitativ hochwertige Musik. Es war ein Konzertabend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Setlist

Erstes Set
01. Dance Me to the End of Love
02. The Future
03. Bird on the Wire
04. Everybody Knows
05. Who by Fire
06. Darkness
07. Amen
08. Come Healing
09. Lover Lover Lover

Zweites Set
10. Suzanne
11. Sisters of Mercy
12. The Partisan
13. Waiting for the miracle
14. Alexandra Leaving (gesungenvon Sharon Robinson solo)
15. I’m Your Man
16. Hallelujah
17. Take This Waltz

Encore:
18. So Long, Marianne
19. Going Home
20. First We Take Manhattan

Encore 2:
21. Famous Blue Raincoat
22. If It Be Your Will (gesungen von den Webb Sisters)
23. Closing Time

Encore 3:
24. I Tried to Leave You
25. Save the last Dance for me (Drifters Song)

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