Feist – Hamburg – 8/15/2012

Im vergangenen Oktober bin ich extra nach Berlin gefahren, um Feist auf ihrem einzigen Deutschlandkonzert live im Tempodrom zu sehen. In diesem Jahr hat sie sich dazu entschieden, mehrere Städte zu bereisen und kam glücklicher weise auch in Hamburg vorbei – zum erste Mal wieder nach fünf Jahren. Gestern Abend spielte sie im Hamburger Stadtpark bei bestem Wetter und bester Stimmung vor knapp 4000 Zuschauern.
Als Support trat Joel Gibb auf, der Kopf der Hidden Cameras. Laut Eintrittskarte war eigentlich Singer-Songwriter Fionn Regan zu erwarten. Gibb meinte, Feist hätte ihn vor drei Tagen angerufen, ob er sie nicht auf ein paar Konzerten begleiten möchte. Er ist ebenfalls bei ihren Konzerten in Köln und Stuttgart dabei. Ich habe selbst beim Veranstalter keine Info bekommen, wieso Regan auf einmal nicht mehr ihr Support ist. Dort schien man selbst perplex, dass überhaupt ein anderer Künstler auf der Karte abgedruckt war. Für mich etwas schade, da ich mich eigentlich schon auf Fionn Regan gefreut habe.
Über Joel Gibb war ich trotzdem nicht enttäuscht, den ich “von früher” von den Hidden Cameras kenne. Live wirkt seine Stimme weitaus besser und sie hat mich entfernt an die von James Taylor erinnert.
Feist stand pünktlich um 20Uhr auf der Bühne und legte auch gleich los mit ‘A Commotion’, gefolgt von ‘How come you never go there’, beide Titel von ihrem aktuellen Album ‘Metals’. Von der Setlist war es sehr ähnlich, wie ich ihr Konzert auch schon in Berlin erlebt habe. Eine sehr schöne Mischung aus ihrem neuen Album und ihre Klassiker, wie z.B. ‘So Sorry’, was live immer wieder ein Highlight ist, oder ‘The Limit to your Love’, den sie gestern Abend völlig neu arrangiert hat.
Für mich haben diesmal, anders als beim Konzert in Berlin, vor allem die Songs von ‘Metals’ sehr rausgestochen, obwohl ich persönlich ihre älteren Songs viel lieber höre, bzw. auch mehr damit verbinde. Aber ‘Bittersweet Melodies’, ‘Comfort me’ oder ‘The Bad in Each Other’ haben plötzlich total neu auf mich gewirkt.
Je dunkler es wurde, desto intimer wurde die Atmosphäre. Am Ende kam sie nach Sonnenuntergang zweimal für Zugaben raus und spielte nochmal vier Songs. ‘Let It Die’ war darunter, der in der Location wirklich umwerfend war. Ebenso ‘Intuition’, der letzte Song des Abends. Da die Konzerte im Stadtpark meist um 22Uhr zu Ende sein müssen, kommentierte sie zu Beginn des Songs, dass sie nur noch knapp 5 Minuten hat, um ‘Intuition’ zu spielen und sich beeilen müsse. Sie performte den Song dann in gedämmten Licht auf der Bühne im bereits dunklen Stadtpark. Wunderschön und ein perfekter Abschluss für ein perfektes Konzert.

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