Ben Gibbard – Hamburg – 29/11/2012

Ben Gibbard Hamburg

Nachdem sich Ben Gibbard entschlossen hat, auf Solopfaden zu wandern und sich jetzt Benjamin Gibbard nennt, war er im Rahmen seiner Tour in Europa auch in Hamburg. Am 29. November gab er sein Konzert in der Kulturkirche Altona. Ich muss zugeben, dass ich mich in der Vergangenheit nie sonderlich für seine Bands The Postal Service oder Death Cab for Cutie begeistern konnte. Dafür bin ich umso mehr von seinem Solo-Album Former Lives angetan, das er im Oktober veröffentlicht hat. Und seine Zusammenarbeit mit Jay Farrar für den Soundtrack One fast more or I’m gone ist auch absolut großartig. Davon, ob er live genau so gut ist wie im Studio, konnte ich mich nun überzeugen. Und Ben Gibbard hat mich überzeugt.
Wenn Gibbard von einer Solotour spricht, dann meint er auch wirklich solo. Auf der Bühne stand nur er mit seiner Gitarre. Nach knapp der Hälfte wechselte er für einige der Songs zum Piano. Musikalisch war es also sehr reduziert. Ich fand es unglaublich schön, nicht nur, weil die Musik so sehr zur Location passte, die einen wunderbaren Sound hatte, sondern man konnte sich auch sehr auf die Texte konzentrieren. Erst jetzt ist mir bewusst aufgefallen, was für ein fantastischer Songschreiber Benjamin Gibbard ist. So wie er am Abend performt hat, hatten die Songs plötzlich eine Fülle und Aussagekraft, die für mich vorher nie so deutlich waren. Die Atmosphäre war wirklich sehr schön und die Death Cab und Postal Service Sachen sind auf diese Art und Weise komplett neu bei mir angekommen.
Die Setlist, die er bei jedem Konzert immer etwas variiert, beinhaltete für mich, soweit ich das beurteilen kann, die wichtigsten Songs. Die knapp 300 anwesenden Fans haben aber offenbar leider noch nicht viel von dem gemeinsamen Album mit Jay Farrar gehört. Zumindest als er es vor einem Song erwähnte, schien niemand genau zu wissen, worüber er da eigentlich redet. Schade, denn gerade die waren live sehr präsent.
Die Zugaben waren in Hamburg das Best of vom Best of. Lack of Color als einer der bekanntesten Death Cab Songs, Teardrop Windows, das Aushängeschild seines Soloalbums und Such Great Heights von The Postal Service, der vor allem durch das Cover von Iron & Wine zum Hype wurde.
Die 23 Titel in den 1,5 Stunden ergaben für mich bei der Atmosphäre einen perfekten Konzertabend, der besonders zu diesem kalten Novembertag gepasst hat. Im Sommer hätte es sicherlich nicht annähernd so gut funktioniert wie jetzt.

Setlist:
1. Shepherd’s Bush Lullaby
2. Oh, Woe
3. Williamine
4. Title and Registration (Death Cab for Cutie)
5. Dream Song
6. Cath (Death Cab for Cutie)
7. When the sun goes down
8. Grapevine Fires (Death Cab for Cutie)
9. Lady Adelaide
10. Something’s Rattling (Cowpoke)
11. One fast move or I’m gone
12. You remind me of home
13. Duncan, where have you gone?
14. Unobstructed views (Death Cab for Cutie)
15. Blacking out the friction
16. Soul meets body (Death Cab for Cutie)
17. Broken Yolk in Western Sky
18. Crooked Teeth (Death Cab for Cutie)
19. You remind me of home
20. The District sleeps alone tonight (Postal Service)

Encore
21. A Lack of Color (Death Cab for Cutie)
22. Teardrop Windows
23. Such Great Heights (The Postal Service)

Ben Gibbard Hamburg

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