Filmtipp: A Single Man

30. November 1962. Acht Monate ist es her, dass Jim, Lebensgefährte von George Falconer, bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Erschüttert über diesen Schicksalsschlag, der ihm das Wichtigste in seinem Leben nahm, beschließt George, Selbstmord zu begehen.
In dem Film begleitet der Zuschauer den in die Jahre gekommenen britischen Professor, der an der Universität in Los Angeles unterrichtet, durch den Tag. Es ist aber nicht nur irgendein Tag in seinem Leben, denn es ist der Tag, an dem George beschließt, sich das Leben zu nehmen. Oberflächlich durchlebt er diesen Tag wie jeden anderen auch. Er begeht seine tägliche Morgenroutine, geht zur Uni, lehrt dort seine Studenten Aldous Huxley, verabredet sich mit Freundin Charley zum Abendessen. Ein Gespräch mit Student Kenny lässt George nicht ganz unbeeindruckt und er scheint sogar fast wieder so etwas wie Hoffnung zu verspüren, als er Kenny abends in einer Bar wieder trifft.
“A Single Man” ist das Regiedebüt von Tom Ford, der bekannt wurde durch seine Arbeit bei Gucci und seit 2006 auch sein eigenes Modelabel Tom Ford in der Branche etablieren konnte. Das Debüt als Filmregisseur hätte wohl kaum besser laufen können. Ford hat nach der Buchvorlage von Christopher Isherwoods ein unglaubliches Werk vollbracht. In dem Film stimmt alles, vom Innendesign der einzelnen Sets, bis hin zu der Nalco #44 Vintage Brille von Colin Firth. Die Stimmung der 1960er Jahre wurde genau so gut eingefangen wie die Emotionen der einzelnen Charaktere, allen voran natürlich Colin Firth, der für diesen Film zahlreiche Awardnominierungen einheimste. Unter anderem war er auch für einen Academy Award nominiert. Meiner Meinung nach hätte er den Oscar für diese Rolle mehr verdient als für seine Arbeit in seinem aktuellen Kinofilm “The King’s Speech”.
Der Film ist wirklich etwas für Leute mit gutem Geschmack und Sinn für Stil. Ein wirklich unglaublich toller und überaus sehenswerter Film.

Einen Blick auf das Haus von Falconer wirft übrigens Apartment Therapy in einem ihrer Artikel.

A few times in my life I’ve had moments of absolute clarity, when for a few brief seconds the silence drowns out the noise and I can feel rather than think, and things seem so sharp and the world seems so fresh. I can never make these moments last. I cling to them, but like everything, they fade. I have lived my life on these moments. They pull me back to the present, and I realize that everything is exactly the way it was meant to be.

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